Winterdienst

Änderungen beim Winterdienst hat der Gemeinderat der Stadt Singen beschlossen. Abgestuft nach drei Prioritäten werden weiterhin weite Teile der Straßen der Stadt und der Ortsteile vom Schnee geräumt – die restlichen Straßen dagegen nicht mehr.
Nachdem der Gemeinderat den Abbau von neun Stellen bei den Technischen Diensten beschlossen hatte, musste es eine Neukonzeption des Winterdienstes geben.

Die bisherigen Aufgaben sind gewaltig gewesen: Der städtische Winterdienst räumte und salzte bei Schnee in der Zeit von 4 bis 22 Uhr allein rund 300 Kilometer Straßenstrecke, bei Eis (nur Salzeinsatz) sind es rund 183 Kilometer. Hinzu kommen Geh- und Radwege mit 101 Kilometern Länge, 139 Bushaltestellen, sechs Kindergärten, 22 Schulen, 304 Übergänge, 28 Brücken, 69 Parkscheinautomaten, die Freiwillige Feuerwehr, die Waldfriedhöfe und fünf Parkplätze.

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Nun haben die Mitarbeiter des Winterdienstes aus den Erfahrungen der jahrelangen Praxis heraus mit dem Auftrag des Gemeinderats folgende Einteilung vorgenommen und mit farblichen Unterscheidungen in die Stadt- und Ortsteilpläne übertragen: 

  • Priorität 1 ( rot )
    • Straßen von besonderer Bedeutung: Umfasst die Hauptverkehrsachsen, Radwege, Bushaltestellen und Buslinien, Steigungen, Kreuzungen, Ampelanlagen, Fußgängerüberwege, Treppenanlagen. 
  • Priorität 2 ( grün )
    • Straßen von Bedeutung: Umfasst so genannte Sammelstraßen, Straßen mit baulichen Gefahren beziehungsweise mit höherem Verkehrsaufkommen, Kindergärten und Schulhöfe. 
  • Priorität 3 ( gelb )
    • Straßen mit geringer oder keiner gesamtverkehrlichen Bedeutung.

Nach dem Beschluss des Gemeinderats werden nun ab diesem Winter generell nur noch die Strecken der  Prioritäten 1 und 2  abgefahren – die Priorität 3 wird nur noch bedient, wenn es personelle und zeitliche Ressourcen gibt. Das bedeutet, dass weiterhin 116 Kilometer Straßennetz mit zwei Fahrspuren vom Winterdienst in der gewohnten Qualität betreut werden – inklusive des Radwegenetzes mit 101 Kilometern.
Die Stadtverwaltung stützt sich bei ihrem Vorgehen auf die aktuelle Rechtsprechung. So lautet ein Leitsatz des Oberlandesgerichts München (Urteil vom 22.11.2007, Az.: 1 U 4068/07) zum Begriff verkehrswichtige und gefährliche Stellen wie folgt: „Eine allgemeine Räum- und Streupflicht auf Fahrbahnen besteht nur für verkehrswichtige und gefährliche Stellen, wobei sich die Verkehrswichtigkeit räumlich und zeitlich nach den Umständen des Einzelfalles richtet, insbesondere nach Art und Wichtigkeit des betroffenen Verkehrsweges, der Stärke und Gefährlichkeit des zu erwartenden Verkehrs, den örtlichen Verhältnissen sowie der Leistungsfähigkeit des Sicherungspflichtigen einschließlich der Zumutbarkeit der Maßnahmen.“ In der Begründung heißt es weiter: „Zu den wichtigen Verkehrsflächen in diesem Sinne zählen vor allem die verkehrsreichen Durchgangsstraßen sowie die vielbefahrenen innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen.“ 

Winterdienstpläne

Nordstadt Singen

Südstadt Singen

Beuren an der Aach

Bohlingen

Friedingen

Hausen an der Aach

Schlatt unter Krähen

Überlingen am Ried