Schwarze Null beim Wirtschaftsplan der Stadtwerke

Trotz steigender Kosten und notwendiger Gebührenerhöhungen legen die Stadtwerke für 2026 einen ausgeglichenen Wirtschaftsplan vor.

Der Wirtschaftsplan der Stadtwerke für 2026 sieht bei einem Ertrag von etwa 27 Millionen Euro eine schwarze Null vor. Oberbürgermeister Häusler verwies in diesem Zusammenhang auf die notwendige Gebührenerhöhung beim Abwasser und die schmerzliche Erhöhung beim Stadtbus zum 1.1.2026. Trotzdem würden geringere Erlöse erzielt werden, die aus der Konkurrenz des Deutschlandtickets herrühren, ergänzte Geschäftsbereichsleiter Finanzen Simon Bayer. Der Abmangel werde für 2026 durch einen Zuschuss jedoch ersetzt. Mit dem Wechsel des Betriebsführers beim Stadtbus Mitte des Jahres 2026 durch die Firma Klink in Folge der Interimsausschreibung sei zudem eine leichte Kostensteigerung verbunden. Mittelfristig würden sich diese durch die notwendige Neuausschreibung der Fahrleistungen in 2028 noch weiter erhöhen, so Bayer weiter.

Ein stetig gestiegener Aufwand für die Unterhaltung der Anlagen der Abwasserentsorgung und Millioneninvestitionen in die Entschlammung der Regenrückhaltebecken – 2026 zunächst im Haselmoos – machten nach zwei Jahren mit konstanten und im kreisweiten Vergleich sehr niedrigen Gebühren eine Erhöhung auf neue, kostendeckende Sätze, 1,95 EUR/m³ für die Schmutzwassergebühr und 0,52 EUR/m² für die Niederschlagswassergebühr, erforderlich, erklärte der Geschäftsbereichsleiter der Stadtwerke im Betriebsausschuss der Stadtwerke.

Der Wasserverkauf bewege sich auch 2026 auf einem hohen und weitgehend stabilen Niveau von rund 2.79 Millionen m³. Mit einem Wasserpreis von 1,75 EUR/m³ (netto) zählen die Stadtwerke Singen zu den preisgünstigsten Wasserversorgern im Landkreis Konstanz und gehören zugleich zu den kosteneffizientesten Wasserversorgern in ganz Baden-Württemberg, obgleich der Unterhalt des Verteilungsnetzes sowie der Pumpwerke und Hochbehälter auch hier stetig ansteigt.

Die Umstellung auf das schrankenlose Parken hat bei den Parkhäusern/Tiefgaragen zu einem Anstieg im Kurzparkersegment geführt, sodass eine allmähliche Erholung der Parkierungszahlen zu beobachten ist, so Bayer. Zudem kündigten die Stadtwerke an, dass im Laufe des Jahres auch weitere Stellplätze für Dauerparker, nach der es eine hohe Nachfrage gebe, zur Verfügung gestellt würden. In der Tiefgarage am Heinrich-Weber-Platz sei im Sommer die Sanierung des Bodens des ersten Untergeschosses inklusive Einfahrtsbereich notwendig.

Bei der Abfallentsorgung konnte dank Rückstellung in diesem Jahr eine Erhöhung der Müllgebühren vermieden werden, eine mittelfristige Gebührenanpassung ist aber wahrscheinlich notwendig, so sein Bericht.

Die bestehenden Beteiligungen (KOM9, Hegauwind Verenafohren, Infrastrukturgesellschaft Singen) führten zu erfreulichen Überschüssen, heißt es im Wirtschaftsplan. In naher Zukunft werden sich weitere Beteiligungen in die Hegauwindgesellschaften „Brand und Langwieden“ vermutlich ebenso positiv auswirken. Zudem scheint im Jahr 2026 eine Erhöhung der Finanzbeteiligung an der Kom9 GmbH & Co.KG möglich zu sein. Diese Maßnahmen sind entsprechend im Investitionsprogramm berücksichtigt und führen aufgrund deren Fremdfinanzierung zu einem leicht steigenden Zinsaufwand, kündigte Bayer an.