Präventionstheaterstück: „Irgendwie anders?“

Das Theaterstück „Irgendwie anders?“ der Fachstelle Sucht Singen macht im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche auf Kinder aus suchtbelasteten Familien aufmerksam.

Die bundesweite Aktionswoche unter dem Motto #wirwerdensichtbar wird in Singen unterstützt von (von rechts) Bürgermeister Marcus Röwer, Lars Kiefer (Fachstelle Sucht) und Marcel Da Rin (Singener Kriminalprävention).
Die bundesweite Aktionswoche unter dem Motto #wirwerdensichtbar wird in Singen unterstützt von (v. r.) Bürgermeister Marcus Röwer, Lars Kiefer (Fachstelle Sucht) und Marcel Da Rin (Singener Kriminalprävention).

Zur 17. bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien soll ein Theaterprojekt der Fachstelle Sucht Singen – unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Marcus Röwer und in Kooperation mit der Singener Kriminalprävention – weitere Sichtbarkeit schaffen für junge Schicksale, die ansonsten oft im Verborgenen bleiben.

Die Uraufführung des Theaterstücks „Irgendwie anders?“ rund um die junge Protagonistin „Nici“ und ihre suchtgeprägte Familiensituation, findet am Donnerstag, 26. Februar, um 14 Uhr im Singener Rathaus (Bürgersaal) statt und kann je nach Platzverfügbarkeit auch von Privatpersonen sowie von Interessierten aus dem Vereinsumfeld besucht werden. Zur Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung per E-Mail erforderlich (aufwind@bw-lv.de).

Vornehmlich richtet sich die Premierenveranstaltung an Schulleitungen, pädagogische Fachkräfte aus Schulen und der offenen Jugendarbeit sowie an kooperierende Einrichtungen, um das „Präventionstheaterstück“ und seine Wirkung kennen zu lernen, wie Lars Kiefer, Leiter der Fachstelle Sucht Singen erklärt. Das Theaterstück selbst wurde von Regisseurin Monika Wieder für vierte bis sechste Klassen konzipiert. Grundlegendes Ziel des Projektes seien weitere Aufführungen in den Schulen mit anschließender Aufarbeitung der Thematik im Klassenverband. Aber auch Vereine und andere Gruppierungen können das Angebot in Anspruch nehmen.

Bürgermeister Marcus Röwer sieht das Theaterstück vor allem als Chance für junge Betroffene, „die eigene Situation einzuordnen“ und gleichzeitig einen ersten Zugang zu Hilfsangeboten zu erhalten. Im Hinblick auf den Schulkontext könnten Lehrkräfte dabei als „Multiplikatoren“ wegweisend unterstützen, so Röwer.

Jedes fünfte bis sechste Kind in Deutschland wächst mit mindestens einem suchterkrankten Elternteil auf. Schätzungsweise sind das 7.800 junge Menschen im Landkreis Konstanz, wie die Fachstelle Sucht Singen informiert. Das Theaterstück „Irgendwie anders?“ soll aufzeigen, welche Auswirkungen eine Suchterkrankung von Fürsorgepersonen auf die Kindheit haben kann. So verspürt die Grundschülerin „Nici“ im Hinblick auf die Abhängigkeit ihres Vaters Scham, Selbstzweifel und Schuldgefühle. Neben der Belastungssituation werden in der Erzählung aber auch Lösungsmöglichkeiten und Handlungsoptionen aufgezeigt.

Marcel Da Rin von der Singener Kriminalprävention benennt unter anderem die Förderung der Resilienz von Kindern als eine wichtige Säule der gestützten Bewältigungsstrategie, um so auch dem Risiko einer eigenen Suchterkrankung oder daraus resultierenden Delinquenz entgegenzuwirken.

Fachstelle Sucht Singen

Die Fachstelle Sucht Singen bietet im gesamten westlichen Landkreis Konstanz eine Anlaufstelle für Fragen und Unterstützung rund um die Themen Suchthilfe und Suchtprävention. Die Kindergruppe „Aufwind“ fokussiert sich dabei auf Kinder und Jugendliche, die mit mindestens einem an Abhängigkeit erkrankten Elternteil aufwachsen. Sie bietet einen geschützten Raum um über Erlebtes zu sprechen und die eigene Lebenswelt besser zu bewältigen.

Kontakt

Fachstelle Sucht Singen
Julius-Bührer-Straße 4
78224 Singen (Hohentwiel)