Erster innerstädtischer Taubenschlag eröffnet

In Singen wurde der erste innerstädtische Taubenschlag auf einem privaten Dachboden mit rund 150 Nistplätzen eröffnet.

Im Taubenschlag vor den Nistkästen (v.r.): Peter Sauter (Stadttaubenhilfe), Oberbürgermeister Bernd Häusler, Taubenwartin Doris Grießhammer, Bernd Paschen (Gebäudemanagement), Eva Spaun (Stadttaubenhilfe), Sindy Bublitz (Umweltschutz, Mobilitätswende und Naturschutz) und Peter Mannherz.
Im Taubenschlag vor den Nistkästen (v.r.): Peter Sauter (Stadttaubenhilfe), Oberbürgermeister Bernd Häusler, Taubenwartin Doris Grießhammer, Bernd Paschen (Gebäudemanagement), Eva Spaun (Stadttaubenhilfe), Sindy Bublitz (Umweltschutz, Mobilitätswende und Naturschutz) und Peter Mannherz.

Oberbürgermeister Bernd Häusler freut sich, dass die Stadt Singen den ersten innerstädtischen Taubenschlag eröffnen konnte. Er dankte dem Hausbesitzer Peter Mannherz, der zu diesem Zweck das Dachgeschoss an die Stadt vermietet hat. Dort stehen nach dem Umbau durch die Zimmerei Ruh etwa 150 Nistkästen zur Verfügung. Der Dank des OB galt ebenso der Stadttaubenhilfe für ihre große ehrenamtliche Unterstützung und dem Gebäudemanagement, namentlich Bernd Paschen, der den Plan für den Umbau und die Betreuung des Bauvorhabens übernommen habe, das insgesamt 43.000 Euro gekostet habe. Ebenso hob der Rathauschef hervor, dass der Gemeinderat das Projekt positiv unterstütze.

Wie Sindy Bublitz von der städtischen Abteilung Umweltschutz, Mobilitätswende und Naturschutz erklärte, werden die Tauben nach dem Augsburger Modell in Taubenschlägen zentralisiert und dort von städtischen Taubenwarten betreut. Deren Aufgabe ist es neben Reinigung, artgerechter Fütterung und Gesundheitskontrolle auch einen Eiertausch vorzunehmen, sodass die Population nicht weiter zunehme. 2025 wurden insgesamt 1.880 Eier getauscht, ergänzte Eva Spaun von der Stadttaubenhilfe. 730 davon im Taubencontainer auf dem Gelände von Fondium. Dort werden die Tauben bereits seit 2023 durch die Stadt Singen betreut.

Um das städtische Taubenmanagement, wie dies Tübingen oder Stuttgart beispielsweise schon Jahrzehnte tun, weiter auszubauen, sei man lange auf der Suche nach einem geeigneten Standort in der Innenstadt gewesen, so Bublitz weiter.

Im Falle des innerstädtischen Taubenschlags sei ein Lärmemissionsgutachten erforderlich gewesen. So habe man zum Schallschutz eine „lärmschluckende“ Eternitdecke eingebaut, betonte Sindy Bublitz. Neben den Arbeiten der Zimmerei seien auch kleinere Elektro- und Sanitärarbeiten notwendig gewesen. So müsse als Marderschutz noch ein elektrischer Rolladen mit Zeitschaltuhr eingebaut werden, der nachts den Taubenschlag verschließe. Als vorsorgliche Vergrämungsmaßnahme appellierte sie zudem an alle Hausbesitzer bei der Installation einer PV-Anlage diese rechtzeitig einzurüsten, sodass Tauben darunter nicht nisten könnten.

Die Stadttaubenhilfe dankte der Stadt für die große Unterstützung und die Errichtung eines Taubenschlags in der Innenstadt, betonte Eva Spaun, die sicher ist, dass der neue Taubenschlag gut angenommen werde. Etwa 80 Prozent des Tages hielten sich die Vögel übrigens dort auf. Wissenschaftliche Studien sprechen zudem davon, dass 95 Prozent ihres Kotes im Taubenschlag verbleiben, wodurch die Verunreinigung im Einzugsgebiet deutlich vermindert werden kann.

Die Stadttaubenhilfe informiert Bürgerinnen und Bürger bei Fragen rund um Tauben und ist, da sie kranke und verletzte Tiere auch tierärztlich versorgt, auf Spenden angewiesen.