Unter dem Titel „Zielkonflikt Klimakomfort – Nachverdichtung: Entwicklung von Lösungsstrategien zur klimawandelangepassten Siedlungsentwicklung der Stadt Singen hat die Stadtverwaltung 2018 im Rahmen des Landesförderprogrammes KLIMOPASS- die Auswirkungen des Klimawandels auf das Stadtklima in Singen untersuchen lassen und damit das Büro GEO-NET, Hannover beauftragt.

Kontakt

Umweltschutzstelle
Ulrich Weigmann
Freiheitstr. 2 (Blaues Haus)
78224 Singen
Telefon +49 7731 85-316

Inhalt

Ausgangspunkt ist der herrschende Zielkonflikt zwischen der geforderten Schaffung von Wohnraum und der Wohn- und Lebensqualität einer klimagerechten Stadt.

Das Konzept zielt daher darauf ab, sowohl für die Verwaltung als auch für die Kommunalpolitik Strategien und Instrumente zu entwickeln, die eine Beurteilung einer klimaangepassten Stadtentwicklung ermöglichen und notwendige Handlungsschritte ableiten helfen. Die Klimaanalyse lokalisiert kleinräumig jetzige und zu zukünftige Hitzebelastungen im Stadtgebiet und leitet daraus Handlungsempfehlungen für die Stadtentwicklung ab.

Ergebnisse

Das Klima in einer Stadt wird wesentlich durch die Frischluftversorgung, die Temperaturen, den Grad der Bebauung und Versiegelung sowie durch die Anzahl und Qualität der Grün- und Freiflächen geprägt. Dichte Bebauung und ein hoher Versiegelungsgrad mindern den Klimakomfort, Bäume und begrünte Flächen verbessern ihn. Für Singen bedeutet das:

Stadtklimaeffekt

In Singen ist der sogenannte Stadtklimaeffekt zu beobachten. Durch die Bebauung und die Emissionen der Stadt bildet sich im Vergleich zum Umland eine Wärmeinsel. Dies betrifft insbesondere die Singener Innenstadt, das Industriegebiet und in geringerem Maße auch die Nord- und Südstadt. Hier werden zukünftig die Hitzebelastungen stärker spürbar werden. In den Ortsteilen besteht aus heutiger Sicht der geringste Handlungsdruck.

Die Kaltluft aus der Hegauer Alb, die überwiegend entlang der Radolfzeller Aach in die Stadt strömt, hilft dabei die Stadt nachts abzukühlen. Aufgrund der dichten Bebauung kann sie allerdings nur bis an den Rand der Nordstadt und nicht bis in die Innenstadt vordringen.

An Sommertagen bieten derzeit ca. ein Viertel der Grünflächen im Singener Stadtgebiet eine relativ hohe Aufenthaltsqualität und eignen sich als (erreichbare) Rückzugsorte für die Bevölkerung. Grünflächen bzw. die Begrünung von Straßenräumen und Gebäuden/ Bauwerken wird durch den fortschreitenden Klimawandel immer wichtiger. Auch die Bedeutung der Ausgleichsfunktionen von Grünflächen nimmt im Zuge der Klimawandelanpassung weiter zu. Wasserführende bzw. wasserspeichernde Flächen gewinnen zukünftig an Bedeutung. Sie beugen Starkregenereignissen vor und verbessern gleichzeitig die Aufenthaltsqualität insbesondere an Hitzetagen.

Da Klimawandelanpassungsmaßnahmen allein nicht ausreichen, um die Hitzebelastung in der Stadt auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, dürfen gleichzeitig die Anstrengungen beim Klimaschutz und der CO2 Reduktion nicht nachlassen.

Nutzen

Die Klimaanalyse dient der Politik und der Verwaltung sowie weiteren relevanten Akteuren in der Stadt als Planungs- und Entscheidungsgrundlage. Sie ist ein wichtiges Instrument, um bauliche Veränderungen in der Stadt auf ihre Klimaverträglichkeit hin zu prüfen.

Weitere Informationen

Kurzbericht der Klimaanalyse (2,1 MB)