Neujahrsempfang 2026
OB Häusler kündigt beim Neujahrsempfang Großinvestitionen an
Beim Neujahrsempfang in der voll besetzten Stadthalle kündigte Oberbürgermeister Bernd Häusler an, dass weiterhin in die Zukunft der Stadt Singen investiert werden solle. Aufgrund von Rezession, Stagnation der Wirtschaft, Unsicherheit sowie explodierenden Kosten und zunehmenden Lasten und Aufgaben für die Kommunen befinden sich die Kommunalfinanzen der Stadt wie bei nahezu allen deutschen Kommunen in einer schwierigen Situation. In Singen kamen im Jahr 2024 noch Steuerausfälle von 43 Millionen Euro hinzu. Diese hätten ohne liquide Mittel und eine umsichtige Finanzplanung zur Zahlungsunfähigkeit geführt. „Aber das Geld fehlt”, erklärte der OB.
In der Folge war ein nicht immer einfacher, ja manchmal schmerzhafter Konsolidierungsprozess mit zahlreichen Einsparungen und Mehreinnahmen notwendig, der fortgeführt werden muss. Dies betreffe auch den Abbau von Personalstellen in mittlerer zweistelliger Zahl, kündigte Häusler an. Er forderte, harte Zeiten nicht nur als Last, sondern auch als Chance zu sehen, Altes zu überdenken, Neues zu versuchen und das eine oder andere zu beenden.
Er erinnerte daran, dass 2025 nicht nur die Scheffelhalle nach modernsten Gesichtspunkten gebaut wurde, die mit ihrer Gestaltung und ihrem Aussehen an die alte Halle von 1925 erinnert, sondern dass auch die Sanierung der Hohenkrähenstraße realisiert werden konnte. Zudem konnte die Kindertagesstätte Am Stadion im Jahr 2025 eröffnet werden, sodass durch verschiedene Maßnahmen insgesamt 128 neue Kita-Plätze geschaffen wurden, so Häusler.
Der Rathauschef stellte trotz der Fortführung einer pragmatisch genutzten Haushaltssperre weitere Millioneninvestitionen 2026 und in den Folgejahren in Aussicht, die dank Sondervermögen des Bundes und hohen Fördersummen des Landes getätigt werden sollen. Allen voran werde es weitere Um- und Erweiterungsbauten an Schulen geben. Nach dem Spatenstich für die Hardtschule steht im Februar selbiger für die Zeppelin-Realschule an. Allein für vier zusätzliche Klassenzimmer und fünf Technik- bzw. naturwissenschaftliche Räume sind Gesamtkosten von rund 9,2 Millionen Euro veranschlagt.
Im Rahmen der Start-Chancen-Schule sind weitere Umbauten an der Johann-Peter-Hebel-Schule sowie an der Waldeck- und der Bruderhofschule geplant. Diese sind durch ein Bund- und Landesprogramm in Höhe von elf Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren möglich, so Häusler. Die bauliche Entwicklung unserer Schulen bleibt damit auch in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt unserer Arbeit.
Auch in den Bevölkerungsschutz und die Feuerwehr wird kräftig investiert. So entstehen beispielsweise neue Standorte in Schlatt unter Krähen und Hausen. In Friedingen ist ein Neubau geplant und in Überlingen am Ried soll das Feuerwehrgerätehaus umgebaut werden.
Auch beim Straßenbau soll weiter investiert werden. Die Planungen für die Umgestaltung und Sanierung der Güterstraße sowie den Kreisverkehr am Praxedisplatz und die Sanierung der Ringstraße würden in Auftrag gegeben werden, sodass eine Umsetzung zwischen 2027 und 2029 möglich wäre.
Sollte die Innenstadt beim Bundes-/Landesprogramm zur Förderung der städtebaulichen Erneuerung den Zuschlag bekommen, können in den kommenden Jahren zudem die Fußgängerzonen August-Ruf-Straße und Scheffelstraße neu gestaltet werden, so der OB.
Er zeigte sich erfreut darüber, dass der Gemeinderat nach intensiver Diskussion seinem Vorschlag gefolgt ist, das Singener Schloss zu kaufen. Bedingung des Rates war, dass das Schloss in das bestehende Sanierungsgebiet Scheffelareal aufgenommen wird, damit der Kauf vom Land gefördert werden kann. Dann verbliebe bei der Stadt noch eine Summe von ca. 1,8 Millionen Euro für den Ankauf.
Zudem ging der Oberbürgermeister in seiner Rede auf das Sondervermögen des Bundes ein: „Wir sollten das Geld – für Singen sind es etwa 26,3 Millionen Euro – als Chance begreifen, um das eine oder andere Projekt zu realisieren, das wir uns sonst nicht leisten können.“ In diesem Zusammenhang nannte er zwei Projekte, über die es sich lohnt zu sprechen: die dreiteilige Sporthalle und das Naherholungsgebiet Knöpfleswies. Laut Häusler könnten diese möglicherweise mit den Bundesgeldern umgesetzt werden.
Doch 20 Prozent des Sondervermögens, so seine in der Neujahrsrede offengelegte Überlegung, sollen Singen und alle Kommunen aus dem Landkreis in das größte Projekt des Landkreises – das Zentralklinikum im Singener Norden – investieren. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf etwa 500 Millionen Euro. Würde der Landkreis sein gesamtes Geld aus dem Sondervermögen hierfür bereitstellen – 59 Millionen Euro –, dann blieben, vorausgesetzt das Land fördere den teuren Neubau zu 50 Prozent, noch etwa 150 Millionen Euro. Diese könnten per Kredit über eine Laufzeit von 30 Jahren abbezahlt werden, was anderthalb Prozent mehr Kreisumlage entspräche, so Häusler. Insgesamt vier Planungsbüros sind aufgefordert, Vorschläge für einen möglichen Neubau zu erarbeiten. Mit Ergebnissen wird bis Mitte 2026 gerechnet.
Seit dem 1. Januar 2026 betreibt die Stadt Singen ein eigenes Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit zwei Standorten: einem in der Worblinger Straße und einem im Oberzellerhau. Im MVZ arbeiten unsere Ärztin Birgit Kloos sowie die Ärzte Christian Oexle und Michael Kamphans. Unser Ziel ist es, weitere Arztsitze in das MVZ Singen einzugliedern und vor allem junge Ärztinnen und Ärzte für die Zukunft zu gewinnen, um die hausärztliche Versorgung in Singen auch in Zukunft zu sichern. Dies machte er in seiner Neujahrsansprache deutlich.
Bereits zu Beginn seiner Begrüßung stellte Häusler den neuen Bürgermeister Marcus Röwer mit folgenden Worten vor: Das war eine gute Entscheidung.





