Zukunftsstandort Tiefenreute-Bühl

Mit dem Zukunftsstandort Tiefenreute-Bühl entsteht im Süden von Singen ein neues Stadtquartier, das Wohnen, Arbeiten und Erholung miteinander verbindet. Das rund 49 Hektar große Plangebiet bietet dank seiner guten Verkehrsanbindung und der vorhandenen Infrastruktur ideale Voraussetzungen für eine nachhaltige und zukunftsweisende Stadtentwicklung.

Singen wächst kontinuierlich. Damit steigt auch der Bedarf an Wohnraum, Arbeitsplätzen und modernen Gewerbeflächen. Der Zukunftsstandort Tiefenreute-Bühl schafft den notwendigen Raum, um dieser Entwicklung gerecht zu werden und die Stadt langfristig zu stärken.

Grundlage der Planung ist das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Singen 2030 sowie das Gewerbeflächenentwicklungskonzept und eine Untersuchung zum Wohnungsmarkt der Stadt Singen. Ziel ist die Entwicklung eines klimaneutralen Stadtquartiers mit kurzen Wegen, nachhaltiger Mobilität sowie hochwertigen Grün- und Freiräumen.

Wo liegt das Plangebiet Tiefenreute-Bühl?

Übersicht Lage Plangebiet
Übersicht Lage Plangebiet

Das rund 49 Hektar große Plangebiet Tiefenreute-Bühl befindet sich am südöstlichen Siedlungsrand der Stadt Singen.

Das Plangebiet grenzt im Norden unmittelbar an die Georg-Fischer-Straße. Östlich schließt das bestehende Gewerbegebiet „Tiefenreute“ an. Im Süden bilden der „Hardwald“ sowie das Wohngebiet „Bühl“ mit der Kopernikusstraße die Gebietsgrenze. Westlich grenzt das Plangebiet an den Wald „Martinsbühl“, hinter dem sich das Wohngebiet „Ungeheuer“ anschließt.

Luftbild mit Geltungsbereich
Luftbild mit Geltungsbereich

Durch seine Lage verbindet das neue Quartier bestehende Wohngebiete, Gewerbestandorte und vorhandene Naturräume miteinander.

Wie sieht der Bebauungsplan für Tiefenreute-Bühl aus?

Der Gemeinderat der Stadt Singen hat am 28.07.2026 in öffentlicher Sitzung den Bebauungsplanvorentwurf beschlossen. Auf Grundlage dieses Planstandes findet vom 21. September bis Mitte Oktober 2026 die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange statt.

Was ist für den Zukunftsstandort Tiefenreute-Bühl geplant?

Mit dem Zukunftsstandort Tiefenreute-Bühl entsteht ein modernes und klimaneutrales Stadtquartier. Die Planung folgt der Leitidee „arbeiten.leben.SINGEN" und setzt das Konzept der Stadt der kurzen Wege konsequent um. Bestehende Naturflächen wie der „Martinsbühl“ und der „Hardwald“ werden in die Quartiersentwicklung integriert und prägen den Charakter des neuen Stadtquartiers.

Wie ist das Quartier aufgebaut?

Das neue Quartier gliedert sich in drei Bereiche, die unterschiedliche Funktionen übernehmen und sich gegenseitig ergänzen.

Strukturkonzepte
Strukturkonzepte

Urbanes Gebiet – Gelenk zwischen Arbeiten und Leben

Zwischen dem Gewerbegebiet im Norden und dem Wohngebiet im Süden entsteht ein Urbanes Gebiet – ein gemischt genutzter Bereich, in dem Wohnen, Arbeiten und Dienstleistungen miteinander kombiniert werden.

Im Vergleich zum Wohngebiet ist hier eine dichtere Bebauung mit Gebäuden von bis zu sechs Geschossen vorgesehen.

Ergänzt wird dieser Bereich durch einen Nahversorger sowie gastronomische Angebote. Dadurch entsteht ein attraktiver Treffpunkt, an dem Arbeiten, Nahversorgung und Wohnen auf kurzen Wegen möglich sind.

Gewerbegebiet im Norden

Städtebaulicher Entwurf
Städtebaulicher Entwurf

Im nördlichen Teil des Plangebiets entstehen moderne Gewerbeflächen für Unternehmen. Die Erschließung erfolgt über die zentral gelegene Georg-Fischer-Straße mit direkter Anbindung an die Bundesstraße 34.

Die gewerblichen Bauflächen erlauben den Zuschnitt unterschiedlich großer Gewerbegrundstücke. Unternehmen profitieren von einem nachhaltigen und zukunftsfähigen Gewerbestandort mit attraktiven Arbeitsplätzen und einer angenehmen Arbeitsumgebung.

Wohngebiet im Süden

Blick auf das Plangebiet Tiefenreute-Bühl
Blick auf das Plangebiet Tiefenreute-Bühl

Im südlichen Bereich entsteht ein Wohnquartier, das sich harmonisch in die bestehende und geplante Bebauung sowie in die vorhandenen Naturräume einfügt. Großzügige Grünflächen, öffentliche Aufenthaltsbereiche und Freiräume schaffen eine hohe Wohn- und Lebensqualität.

Im Norden des Wohngebiets ist ein Kindergarten geplant. Gemeinsam mit einem Café und weiteren öffentlichen Nutzungen soll hier ein zentraler Treffpunkt für das Quartier entstehen.

Wohnen und Arbeiten im Quartier

Laut Bebbauungsplan sollen im Süden entlang der Kopernikusstraße Reihenhäuser mit privaten Gärten entstehen, die sich um einen gemeinsamen Innenhof gruppieren.

Entlang der östlichen Seite des Quartiers sind Mehrfamilienhäuser mit drei bis vier Geschossen vorgesehen. Durch die Anordnung der Gebäude entstehen kleine Quartiere mit gemeinschaftlich nutzbaren Innenhöfen.

Zum Urbanen Gebiet hin nimmt die Bebauungsdichte zu. Dort sind Gebäude mit bis zu sechs Geschossen geplant. In den Erdgeschossen sollen Dienstleistungen, nicht störendes Gewerbe und weitere öffentliche Nutzungen etablieren. So entsteht ein lebendiges Quartier, in dem Wohnen und Arbeiten eng miteinander verbunden sind.

Grünflächen und Freizeit

Visualisierung Blick auf den Quartiersplatz im Urbanen Gebiet
Visualisierung Blick auf den Quartiersplatz im Urbanen Gebiet

Grün- und Freiräume zwischen dem allgemeinen Wohngebiet und dem urbanen Gebiet bilden das Rückgrat des neuen Quartiers. Ein zentraler Grünzug verbindet den „Martinswald“ mit dem „Hardwald“ und schafft eine hohe Aufenthaltsqualität für Bewohnerinnen und Bewohner, Beschäftigte sowie Besucherinnen und Besucher.

Westlich des geplanten Kindergartens ist ein Freiraum mit Sportangeboten vorgesehen. Zusammen mit dem städtischen Platz im Norden des Urbanen Gebiets und dem Quartiersplatz beim Kindergarten entsteht eine Abfolge öffentlicher Plätze und Grünflächen. Sie verbindet den belebten Quartiersmittelpunkt im Norden mit dem überwiegend durch Wohnen geprägten Bereich im Süden und schafft vielfältige Orte für Begegnung, Erholung und Freizeit.

Visualisierung Blick auf den Quartiersplatz im Allgemeinen Wohngebiet
Visualisierung Blick auf den Quartiersplatz im Allgemeinen Wohngebiet

Darüber hinaus entstehen großzügige öffentliche Grünflächen innerhalb des Plangebietes sowie an den Waldrändern. Sie verbinden den südlichen Bereich des Plangebiets mit der Georg-Fischer-Straße und schaffen natürliche Übergange zu den angrenzenden Wäldern. Gleichzeitig können die Flächen für naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen sowie zur Versickerung des anfallenden Niederschlagswassers genutzt werden. Ziel ist es, das Regenwasser nach dem Prinzip der Schwammstadt möglichst vollständig im Plangebiet zu versickern.

Auch im Osten des Plangebiets entsteht eine wichtige Grünverbindung. Nördlich des bestehenden Waldes wird eine Grünfläche bis an die Georg-Fischer-Straße herangeführt und schafft eine Verbindung zwischen dem bewaldeten Bereich „Rössler“ und dem neuen Quartier.

Verkehr und Mobilität

Die Verkehrsplanung orientiert sich am Leitbild der Stadt der kurzen Wege. Ziel ist es, möglichst viele Wege bequem zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem öffentlichen Nahverkehr zurücklegen zu können.

Dafür entsteht ein enges Netz aus Fuß- und Radwegen, das die verschiedenen Bereiche des Quartiers miteinander verbindet. Gleichzeitig wird das neue Stadtquartier an den öffentlichen Nahverkehr angebunden.

Im öffentlichen Straßenraum sind nur wenige Stellplätze vorgesehen. Stattdessen werden zentrale Parkhäuser für das Gewerbegebiet, ein Mobility Hub im Urbanen Gebiet sowie Quartiersgaragen für das Wohngebiet geschaffen. Reihenhäuser erhalten eigene Stellplätze, während für Mehrfamilienhäuser teilweise Tiefgaragen vorgesehen sind.

Die Verkehrsführung trennt das Wohngebiet und das Urbane Gebiet bewusst voneinander. Dadurch wird verhindert, dass das Quartier als Abkürzung für den Durchgangsverkehr genutzt wird. Zwischen beiden Bereichen ist lediglich eine Verbindung für Busse des öffentlichen Nahverkehrs vorgesehen. Eine grüne Achse von Süden nach Norden bildet zusätzlich eine attraktive Verbindung für den Fuß- und Radverkehr.

Wie geht es mit dem Zukunftsstandort Tiefenreute-Bühl weiter?

Die im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung eingegangenen Stellungnahmen zum Bebauungsplanvorentwurf werden im Herbst 2026 aufbereitet und abgewogen. Parallel dazu soll die 23. Teiländerung des Flächennutzungsplans bis Anfang 2027 genehmigt werden.

In den kommenden zwei Jahren soll das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen werden. Anschließend kann die Erschließung der ersten Bauabschnitte beginnen.

Informationen zur Vermarktung der Gewerbe- und Wohnbauflächen werden veröffentlicht, sobald die nächsten Planungsschritte abgeschlossen sind.

Kontakt

Florian Kohlmann
Rathaus
Raum 144
Hohgarten 2
78224 Singen (Hohentwiel)