„…nach illegal?“ Flucht, Rettung und Abweisung am Rhein. Die Schweiz und die Flüchtlinge – 1938 bis 1945
Beschreibung
Am 2. Juli 1942 macht sich die Berlinerin Ruth Schierau von Öhningen aus mit ihrem Sohn Peter im Kinderwagen auf den Weg in den Wald, vom Kreuzhof über den Wolkensteinerberg. Ihr Ziel ist der Bahnhof in Hemmishofen und der Zug um 17:39 Uhr nach Zürich. Ruth Schierau, geb. Silbermann ist eine von tausenden Juden und Jüdinnen, die in diesen Jahren „illegal“, wie in den Dokumenten immer wieder betont, in die Schweiz zieht.
Der Kanton Thurgau auf der anderen Seite des Rheins ist bekannt dafür, besonders rabiat jüdische Flüchtlinge abzuweisen. Nicht zuletzt in Kreuzlingen, dessen Grenze zu Konstanz mitten durch das Ortsgebiet führt. Schon 1938 beklagt Bezirksstatthalter Otto Raggenbaß die Einreise illegaler jüdischer Flüchtlinge in der Thurgauer Zeitung.
Seit vielen Jahren widmet das Jüdische Museum Hohenems der Geschichte der Fluchtbewegungen in die Schweiz Forschung, Vermittlungsarbeit und Gedenken im öffentlichen Raum. Seit 2022 erinnern symbolische Grenzsteine und Audioinstallationen vom Bodensee bis ins Gebirge an Geflüchtete und Fluchthelfer, an Verfolgung, Rettung und Abweisung.
Dr. Hanno Loewy ist Literatur- und Filmwissenschaftler, Direktor des Jüdischen Museums Hohenems und Autor zahlreicher Bücher zur jüdischen Geschichte und Holocaust-Rezeption.
Die Vortragsreihe „WissensWert“ ist eine beliebte Plattform für anspruchsvolle und verständliche Wissensvermittlung.
Sie ist ein Zusammenschluss von Körperschaften, Vereinen, Verbänden und Unternehmen, die sich der kulturellen und wissenschaftlichen Bildung widmen. Die Referenten sind Experten auf ihrem Gebiet und geben aufschlussreiche Einblicke in die unterschiedlichsten Themenbereiche.
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