Ziegeleiweiher: Naturnahe Art Regenwasser vorzureinigen

Am Ziegeleiweiher hat der zweite Bauabschnitt zur Modernisierung der Regenwasserbehandlung begonnen.

Der neue Lamellenklärer und das Überlaufbecken am Kanalzufluss am Ziegeleiweiher sind fast fertiggestellt. Joachim Dutt betreut von Seiten der Stadtwerken das Projekt. 
Der neue Lamellenklärer und das Überlaufbecken am Kanalzufluss am Ziegeleiweiher sind fast fertiggestellt. Joachim Dutt betreut von Seiten der Stadtwerken das Projekt. 

Seit den 60er Jahren wird der Ziegeleiweiher als Rückhaltebecken zur Behandlung des Regenwassers aus dem Wohngebiet nördlich der Beethovenstraße genutzt. Mit der Erschließung des Bruderhofgebietes Anfang der 1970er Jahre musste der Weiher vergrößert werden und es kam an der Bruderhofstraße ein zweiter Einlauf hinzu.

Seitdem erfolgt dort eine naturnahe Art der Vorreinigung, sodass das Wasser mit Hilfe eines Pumpwerkes und einer, bei der Radolfzeller Straße liegenden Versickerungsanlage, dem Grundwasser wieder zugeführt werden kann.

Immer wieder musste die Regenwasserbehandlungsanlage "Ziegeleiweiher" den sich ändernden Vorschriften der Wasserwirtschaft angepasst werden. Auch wenn sich die Technik im Laufe der Jahre stets verbesserte, hat sich trotzdem Schlamm in dem Weiher abgesetzt, der eine Wasserfläche von rd. 25.000 m² bemisst. Die Ablagerungen stammen aus Schmutzfrachten der Straßenentwässerung (Reifenabrieb, Tierkot, Boden aus Grünflächen) und biologischen Abfällen im Weiher (Laub, Algen, Kot von Fischen und Wasservögeln), die sich am Grund des Weihers absetzen.

Da durch die Schmutzstoffe das Speichervolumen des Ziegeleiweihers stetig abnimmt, wurde im Herbst 2025 mit dem Bau zweier Lamellenklärer begonnen, um so die Schlammentnahme so lang wie möglich hinauszuzögern, da diese und deren Entsorgung sehr teuer ist, erklärt die Geschäftsbereichsleiterin der Abwasserentsorgung bei den Stadtwerken, Beate Richter. Außerdem werde durch die Schlammentnahme das Ökosystem in Mitleidenschaft gezogen, so Richter weiter.

Die Planungen hierfür übernahm das Ingenieurbüro Raff aus Gottmadingen. Inzwischen ist der Bau des 13,5 mal 5 mal 3 Meter großes Lamellenklärbecken als auch das Notüberlaufbecken in der Nähe Fichtestraße weit fortgeschritten und wird vermutlich bis zur Sommerpause fertiggestellt werden. Der zweite Bauabschnitt an der Bruderhofstraße, wo der Zufluss der Regenkanäle aus dem Bruderhofgebiet ist, wurde begonnen und dürfte bis Ende des Jahres dauern. Beide Bauwerke werden nach Abschluss im Untergrund verschwinden und entsprechend bepflanzt werden, betont Beate Richter.

Die Lamellenklärer ermöglichen es, die erforderliche Beckengröße eines Regenklärbeckens stark zu reduzieren. Sie sollen unmittelbar an den Zulaufbereichen -einmal am Regenwasserkanal aus der Bruderhofstraße kommend und einmal am Regenwasserkanal aus dem Bruderhofgebiet kommend- angeordnet werden. Der sich absetzende Schlamm soll dann nach jedem stärkeren Regen abgepumpt und dem Schmutzwasserkanal zugeführt werden - dies entspricht einer neuen Forderung aus dem Gewässerschutz, erklärt Beate Richter in der entsprechenden Gemeinderatsvorlage.