Präventionsnetzwerk ermöglicht Teilhabe in Singen

Mit der Allianz für Kinder- und Jugendchancen stärkt Singen seit Jahren die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen – und gilt dabei landesweit als Vorbild.

Jährlich findet eine Klausurtagung der Allianz für Kinder- und Jugendchancen statt, dieses Jahr am 2. Juli zum Thema Öffentlichkeitsarbeit.
Jährlich findet eine Klausurtagung der Allianz für Kinder- und Jugendchancen statt, dieses Jahr am 2. Juli zum Thema Öffentlichkeitsarbeit.

Jedes 5. Kind in Baden-Württemberg ist armutsgefährdet. Deshalb setzt Singen seit fast 20 Jahren auf ein Präventionsnetzwerk, um Kindern und Jugendlichen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. 

Aus einem Runden Tisch 2008 wurde in einer steten Weiterentwicklung 2024 die Allianz für Kinder- und Jugendchancen, an dem neben der Stadt Singen, verschiedene Träger der freien Wohlfahrtspflege in Singen, Schulen und das Landratsamt mitwirken. Das Singener Präventionsnetzwerk bezeichnete der damalige Sozialminister Manne Lucha als Leuchtturmprojekt.

Auch aktuell soll Singen in einem geplanten landesweiten Informationsflyer als Beispiel genannt werden. Das Projekt wurde und wird mindestens bis August 2028 vom Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit des Landes Baden-Württemberg gefördert.

Dabei ist die praktische Umsetzung von Teilhabe in Singen für alle Akteure das vorrangige Ziel. Beispielsweise wird allen Kindern und Jugendliche durch die KiJu-Karte, die in Singen 2019 eingeführt wurde, die Teilnahme an der Jugendmusikschule, Schwimmkursen, Sportvereinen und vielen weiteren Angeboten ermöglicht.

Um das Angebot der gesamten Singener Bevölkerung vorzustellen, sind alle am Samstag, 10. Oktober, von 11 – 15 Uhr zum KiJu-Fest (Kinder- und Jugendfest) herzlich in die Scheffelhalle eingeladen. Dort wird es jede Menge Spaß, Mitmachaktionen und Informationen zu dem Thema geben.

Für die Teilhabe armutsgefährdeter Familien mit kleinen Kindern haben die 16 Familienberatungsstellen an den Kitas eine große Bedeutung, so Fachbereichsleiterin Leonie Braun, ebenso SinFab, ein Programm von Elternmentoren für Familien.

Mirja Zahirovic von Kinderchancen Singen e.V., neben Dr. Armin Sehrer von der Stadt Singen mit der Koordination der Allianz für Kinder- und Jugendchancen betraut, ergänzt zudem, die Bedeutung des Gesunden Frühstücks, das wöchentlich über 450 Kinder und Jugendliche erreicht, sowie die inzwischen zwölfte Schulranzen-Aktion mit 188 ausgestatteten Kindern in Singen und rund 300 Kindern im Landkreis Konstanz.

Für Zahirovic zeigt sich der Erfolg der Präventionsarbeit nicht nur in der direkten Unterstützung von Kindern und Familien. Über viele Jahre sind Vertrauen und verlässliche Netzwerke gewachsen. Sie bilden heute die Grundlage für die Allianz. Auch Sehrer sieht in der engen Zusammenarbeit von Steuerungsgruppe, Rundem Tisch und gemeinsamer Netzwerkkoordination einen entscheidenden Erfolgsfaktor.

Das 2025 erstellte Präventionskonzept listet in einer Präventionskette übersichtlich nach Altersgruppen auf, welche Angebote in Singen bereits vorhanden sind. Dabei wurden weder Lücken noch Doppelstrukturen aufgedeckt, betonte Fachbereichsleiterin Braun.