Neue Baumquartiere in der Gottlieb-Daimler-Straße

Die Stadt Singen hat die Gottlieb-Daimler-Straße nach dem Schwammstadt-Prinzip umgestaltet – mit rund 550 Quadratmetern neuer Grünflächen, klimaangepassten Bäumen und einer innovativen Regenwasserbewirtschaftung.

Ein Teil des Projekt-Teams beim Besuch der fertiggestellten Baumquartiere (von links): Mike Koppenhöfer, Rochus Rudolf, Michael Okle (Technische Dienste), Alena Hayer (Stabsstelle Klimaschutz und Klimaanpassung) und Felix Stähler (Grün & Gewässer).
Ein Teil des Projekt-Teams beim Besuch der fertiggestellten Baumquartiere (von links): Mike Koppenhöfer, Rochus Rudolf, Michael Okle (Technische Dienste), Alena Hayer (Stabsstelle Klimaschutz und Klimaanpassung) und Felix Stähler (Grün & Gewässer).

Knapp 550 Quadratmeter neue Grünflächen, klimaangepasste Bäume und innovative Regenwasserbewirtschaftung: Die Stadt Singen hat die Gottlieb-Daimler-Straße im Industriegebiet nach dem Schwammstadt-Prinzip umgestaltet. Das Projekt wurde durch das EU-Programm Interreg North-West Europe gefördert und verfolgt das Ziel, die Folgen des Klimawandels im Industriegebiet zu mindern.

„Mit den neuen Baumquartieren schafft die Stadt Singen mehr Grün im Industriegebiet. So entlasten wir die Kanalisation bei Starkregen im Sommer, reduzieren die Hitzebelastung und testen gleichzeitig ein neues System zur klimaangepassten Stadtgestaltung“, sagt die städtische Klimaanpassungsmanagerin, Alena Hayer.

Entsprechend dem Schwammstadt-Prinzip soll Regenwasser dort, wo es anfällt, zurückgehalten, gespeichert und wieder dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt werden, anstatt es möglichst schnell über die Kanalisation abzuleiten. Ziel ist es, die Entwässerung bei Starkregen zu entlasten, die Grundwasserneubildung zu fördern und Hitzeeffekte in der Stadt durch Verdunstungskühle zu reduzieren.

In diesem Sinne wurden in der Gottlieb-Daimler-Straße rund 536 Quadratmeter Fläche entsiegelt und zu Bauquartieren umgestaltet. Gepflanzt wurden klimaresiliente Arten wie Silberlinden und Rot-Eschen, die auch Hitze und Trockenheit standhalten. Die Baumquartiere wurden nach dem Stockholmer Modell gebaut: Unter der Oberfläche sorgen großzügig dimensionierte Wurzelräume aus Grobschotter und speziellem Aktivkohlesubstrat für optimale Wachstumsbedingungen und eine verbesserte Wasserspeicherung. Über sogenannte KerbCell-Elemente wird das Regenwasser aus dem Straßenraum direkt in die Pflanzbereiche geleitet. In den Wintermonaten können die Durchlass-Elemente verschlossen werden, sodass mit Streusalz belastetes Wasser die Bäume nicht schädigt.

Der Auswahl der Gottlieb-Daimler-Straße ging ein umfassender Planungsprozess voraus. Ausschlaggebend war u.a. die Klimaanalyse der Stadt. Die Planung und Umsetzung erfolgten in Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche der Stadtverwaltung. Die Umsetzungsplanung lag bei der Abteilung Straßenbau mit der Bauleitung durch Petra Jacobi. Intensiv beteiligt waren zudem die Abteilungen Grün und Gewässer, Technische Dienste sowie die Stabsstelle Klimaschutz und Klimaanpassung.

Die Maßnahme ist Teil des EU-Projekts „Industrie- und Gewerbegebiete klimaresilient und fit für die Zukunft“. Mit dem Projekt stärkt die Stadt Singen die klimaangepasste Entwicklung ihrer Gewerbegebiete und gewinnt wichtige Erkenntnisse für künftige Begrünungs- und Klimaanpassungsmaßnahmen.