Eindrucksvolle Kulturpreisträger

Die Verleihung der Preise des Kulturförderkreises Singen-Hegau fand im fast vollbesetzten Bürgersaal statt und war dank der Preisträger sowohl unterhaltsam als auch anspruchsvoll.

Gruppenbild nach der Preisverleihung mit den Geehrten im Bürgersaal des Rathauses Singen. Foto: Wolfgang Schneble
Gruppenbild nach der Preisverleihung mit den Geehrten im Bürgersaal des Rathauses Singen. Foto: Wolfgang Schneble

Die Verleihung der Preise des Kulturförderkreises Singen-Hegau fand im fast vollbesetzten Bürgersaal des Singener Rathauses statt und war dank der Preisträger sowohl unterhaltsam als auch anspruchsvoll. Als „zurück zu den Wurzeln“, bezeichnete die Vorsitzende Ursula Graf-Boos die Rückkehr aus der Stadthalle an alte Wirkungsstätte, die mehr Nähe zwischen Geehrten und dem Publikum ermögliche.

Und es war eine stattliche Anzahl an Preisträgern. Dank derer das Publikum, wie der Vorsitzende des Fotoclubs, Christian Furtwängler anlässlich des Kulturpreises für die Lichtbildnergruppe kurz resümierte, „eine wunderschöne Veranstaltung“ erlebten. Los ging es mit der Musical AG vom Hegau-Gymnasium, der wie Laudator Simon Götz erklärte, Musik, Schauspiel, Tanz und Regionalkultur im Musical Popolius bestens verband. Unter der Leitung von Katja Rothfelder und „Creator“ Matthias Wodsak verzückten die etwa 40 Schülerinnen und Schülern der Klassen 5 und 6 die Gäste im Bürgersaal.

Regina Henke nutzte ihre Laudatio an zehn Schülerinnen und Schülern der Geschichts-AG der Zeppelin-Realschule für ein Plädoyer, dass Lehrer Schülern Kritisches Denken lernen. Vorbild hierfür ist die AG selbst, die mit ihrem Lehrer Dennis Beck, für das Projekt „Jenische in Singen“ recherchierte. Dank dessen wurden zwei Stolpersteine für Kaspar und Alois Jakob Hartmann in Singen verlegt und die Gruppe hielt bei der zentralen Gedenkstunde des Landtags Baden-Württemberg zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus 2026 eine beeindruckende Rede.

Das Theaterprojekt „Deine Welt. Meine Welt. Unsere Welt“ inszeniert von Färbe-Schauspielerin Dina Roos und 14 Laienschauspieler und -spielerinnen ging laut Laudatorin Andrea Fink-Fauser „unter die Haut. Mit Humor und Leichtigkeit gelang es den Menschen mit Armuts- und Diskriminierungserfahrungen ihre Gedanken auf die Bühne und in den Bürgersaal zu bringen. Am 29. und 30. Oktober wird ihr nächstes Theaterstück „Einsam, Zweisam“ in der Gems aufgeführt.

Ansehen lohnt sich auch die Kunstausstellung der Lichtbildnergruppe „Die Stadt Singen in ihrer ganzen Vielfalt“ anlässlich ihres 60-jährigen Jubiläums, vom 26. November bis 9. Dezember im Bürgersaal des Singener Rathauses (Vernissage am 25. November um 19 Uhr), wie Laudatorin Catharina Scheufele ankündigte. Statt eines Schnappschusses gelinge den Fotografen der Gruppe, der Blick für den besonderen Moment. 

Das grandiose Finale der Preisverleihung gehörte der Songwriterin Liska, die mit ihrem Geständnis „ich habe Hunger aus Prinzip“, den ein oder anderen im Publikum zu Tränen gerührt hat. 5.000.000 Streams hat die Singenerin, die in Berlin Musik macht, und ein Sprachrohr ihrer Generation ist, die zwischen Selbstoptimierung, Überforderung und dem Wunsch nach echtem Fühlen ihren Platz sucht, wie Laudatorin Bethel Paul treffend formulierte.