Die Auswirkungen des Klimawandels sind in der Bodenseeregion bereits zu spüren und werden sich zukünftig noch verstärken. Das Umweltbundesamt rechnet für den Hegau mit einer Zunahme der durchschnittlichen Anzahl von Hitzetagen im Sommer (Tage mit über 30°C Lufttemperatur) von 3,6 (Periode 1961–2019) auf 30 (Periode 2071–2100), unter der Annahme eines unverminderten Treibhausgasausstoßes.

Das Präsidium des Deutschen Landkreistags hat daher Anfang 2020 beschlossen, dass Klimawandelanpassung gleichrangig mit Klimaschutz zu behandeln ist. Im Gegensatz zum Klimaschutz, bei dem es in erster Linie um die CO2 Reduktion geht, zielt die Klimawandelanpassung auf Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des sich ändernden Klimas ab. Diese betreffen insbesondere die Bereiche Wasserwirtschaft, Forst- und Landwirtschaftswesen, Bau- und Liegenschaftsverwaltung, die Vorbereitung auf Katastrophenereignisse, die beispielsweise durch Starkregen hervorgerufen werden können, sowie das Gesundheitswesen.

Netzwerk Klimaanpassung Bodensee-Oberschwaben

Die Stadt Singen ist gemeinsam mit den Städten Friedrichshafen, Konstanz, Radolfzell und Sigmaringen sowie dem Gemeindeverwaltungsverband Gullen und den Landkreisen Bodenseekreis, Ravensburg und Mittleres Schussental Teil des Netzwerks „Klimaanpassung Bodensee und Oberschwaben“.

Das Netzwerk ist Teil der Initiative „Kommunen vernetzen“ des Bundesumweltamtes und wird für zwei Jahre (2020–2022) vom Innsbrucker Beratungsunternehmen alpS unterstützt.

Ziel des Netzwerks sind der Erfahrungsaustausch sowie die Entwicklung und Umsetzung von gemeinsamen Maßnahmen zum besseren Umgang mit dem Klimawandel in der Region. Die Ergebnisse sollen in der Folge auch anderen Regionen und Kommunen in Deutschland als Beispiel dienen können.

Klimaanpassungsmaßnahmen in Singen

Die Stadt Singen hat wichtige konzeptionelle Grundlagen im Hinblick auf den Klimaschutz und die Klimaanpassung geschaffen: Das Klimaschutzkonzept und die Klimaanalyse. Auf Basis dessen setzt die Stadt bereits zahlreiche Maßnahmen in diesem Themenkomplex um:

  • Renaturierung von Gewässern und Grünland (ökologischer Hochwasserschutz)
  • Optimierung und Teilentsiegelung von Verkehrsflächen
  • Festsetzung von Dach- & Fassadenbegrünungen
  • Klimaangepasste, naturnahe Gestaltung von Privatgärten, Firmengeländen und kommunalen Liegenschaften
  • Neue Pachtverträge für landwirtschaftliche Flächen mit der Verpflichtung zum Anlegen von Blüh- und Altgrasstreifen
  • Dach- & Fassadendämmung der kommunalen Liegenschaften
  • Berücksichtigung/ Freihalten von Kaltluftentstehungsgebieten zur Frischluftzufuhr
  • Aufstellen von Trinkwasserbrunnen
  • Förderung energetischer Sanierung
  • Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung für das Thema

Kontakt

Umweltschutzstelle
Johanna Volz
Freiheitstr. 2 (Blaues Haus)
78224 Singen
Telefon +49 7731 85-752