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Umweltschutzstelle
Johanna Volz
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78224 Singen
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Wie viel Energie darf jeder Mensch durchschnittlich verbrauchen, damit wir die Klimaerwärmung begrenzen und knappe Ressourcen verantwortungsvoll nutzen? WissenschaftlerInnen der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich haben das ganz genau ausgerechnet: 

2000 Watt (entspricht 17.500 Kilowattstunden pro Jahr).

In Deutschland verbrauchen wir im Schnitt dreimal so viel und leben somit aktuell in einer 6000-Watt-Gesellschaft. Das ist nur möglich, weil Menschen in anderen Teilen der Erde mit einem Bruchteil unseres Energiebedarfs auskommen. Wir leben also auf Kosten anderer Länder und kommender Generationen und verbrauchen dreimal mehr Energie, als es die weltweiten Energiereserven zulassen.

Um dem entgegenzuwirken, engagiert sich die Stadt Singen gemeinsam mit den Städten Bregenz, Feldkirch, Gossau, Konstanz, Lindau, St. Gallen und Winterthur dafür, die Vision der 2000-Watt-Gesellschaft in der Bodenseeregion umzusetzen. Ziel ist es, bis 2050 den Energieverbrauch pro Kopf dauerhaft auf 2000 Watt zu reduzieren und somit pro Person nicht mehr als eine Tonne CO2 (entspricht 17.500 KWh) pro Jahr zu verursachen.

Dass die 2000-Watt-Gesellschaft auch in der Bodenseeregion möglich ist, belegt die Regionalstudie „2000-Watt-Gesellschaft Bodensee“ aus dem Jahr 2011.

Zur Kampagne „Wir leben 2000 Watt!“

Leitziele

Die 2000-Watt-Gesellschaft ist eine globale Vision für eine nachhaltige Nutzung und gerechte Verteilung der natürlichen Ressourcen. Mit 2000 Watt (17.500 KWh) sollen wirtschaftliche Entwicklung und hohe Lebensqualität in allen Regionen der Erde möglich sein, ohne dass durch die Senkung des Energiebedarfs Einbußen an Lebensqualität erfolgen

2000 Watt beziehen sich dabei auf den durchschnittlichen Energieverbrauch pro Person. Um diesen auf ein nachhaltiges Maß zu begrenzen, dürfen höchstens 500 Watt aus fossilen Energieträgern stammen. Die übrigen 1.500 Watt sollten durch regenerative Energiequellen (Sonne, Wind, Erdwärme, Biomasse, Wasser und andere) gedeckt werden. Dies ermöglicht es auch den jährlichen Ausstoß von Treibhausgasen (v.a. CO2) auf maximal eine Tonne pro Person und Jahr zu reduzieren, was der Emissionsmenge entspricht, die mit dem Klimaziel „maximal zwei Grad Celsius globale Erderwärmung“ vereinbar ist.

Den Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft prägen drei zentrale Elemente:

  1. Energieeffizienz
  2. Substitution fossiler Energieträger durch erneuerbare Energien
  3. Suffizienz, d.h. eine auf vermehrte Nachhaltigkeit ausgerichtete Lebensweise insbesondere hinsichtlich des Konsumverhaltens.

Die Stadt Singen hat eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um der 2000-Watt-Gesellschaft bis 2050 näherzukommen.

Regionalstudie „2000-Watt-Gesellschaft Bodensee“

Die Stadt Singen war eine der sieben Partnerstädte beim Projekt „2000-Watt-Gesellschaft Region Bodensee“, das im Zeitraum von 2009 bis 2011 vom europäischen Regionalprogramm Interreg IV „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“ gefördert wurde.

Im Rahmen des Interreg-Programmes „Städte gestalten Zukunft“ hat Singen zusammen mit Feldkirch, Friedrichshafen, Konstanz, Radolfzell, Schaffhausen und Überlingen eine Arbeitsgruppe gebildet, um die grenzüberschreitenden Herausforderungen von Klimawandel und nachhaltiger Energieversorgung im Raum Bodensee gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, mit Politik, Verwaltung und Wirtschaft anzugehen.

Wir leben 2000 Watt

Um die regionale Zusammenarbeit verstärkt auf die Umsetzung der 2000-Watt-Gesellschaft zu fokussieren, haben sie die „Regionalstudie 2000-Watt-Gesellschaft Bodensee“ in Auftrag gegeben. Die Studie untersucht, welche Chancen und Risiken sich aus der Umsetzung der 2000-Watt-Gesellschaft für die Region ergeben und welche Handlungsspielräume für die interkommunale Zusammenarbeit bestehen.

Sie zeigt die unterschiedlichen klimapolitischen Zielsetzungen und Rahmenbedingungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf, entwirft Trend- und Zielszenarien und lotet die Potenziale für erneuerbare Energien und Energieeffizienz in der Region aus. Sie entwickelt Leitlinien und Maßnahmen in strategisch zentralen Handlungsfeldern, die zur 2000-Watt-Gesellschaft führen und formuliert Empfehlungen für die interkommunale Zusammenarbeit.

Die wesentlichen Ergebnisse der Studie

Die Regionalstudie „2000-Watt-Gesellschaft Bodensee“ kommt zum Schluss, dass die Region Bodensee die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft, d.h. einen maximalen Energieverbrauch von 2000 Watt pro Kopf und Jahr, erreichen kann.

Die Region verfügt über vielversprechende Potenziale, die es erlauben, den Energiebedarf bis 2080 um rund die Hälfte im Vergleich zum Jahr 2008 zu reduzieren. Voraussetzung dafür ist die konsequente Verbesserung der Energieeffizienz, ein umfassender Ausbau der erneuerbaren Energien sowie ein energiebewusstes Verhalten im Alltag und beim Konsum. So könnte die Region Bodensee im Energiesektor zukünftig weitestgehend zur Selbstversorgerin werden.

Der Weg dahin ist anspruchsvoll und verlangt klare politische Zielsetzungen, die eine langfristige Perspektive aufzeigen sowie damit einhergehende wesentliche Anpassungen in Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Regionalstudie zeigt auf, wie die Kommunen in grenzüberschreitender Zusammenarbeit klima- und energiepolitische Maßnahmen mit hoher Verbindlichkeit und Wirksamkeit umsetzen und dadurch wesentliche Impulse zur Verwirklichung der 2000-Watt-Gesellschaft geben können. Sie empfiehlt, diese Kooperation rasch zu konkretisieren und Schritte zur gemeinsamen Erschließung der regionalen Potenziale einzuleiten.

Regionalstudie „2000-Watt-Gesellschaft Bodensee“ (Kurzfassung) (1,2 MB)
Regionalstudie „2000-Watt-Gesellschaft Bodensee“ (Langfassung) (3 MB)

Kampagne „Wir leben 2000 Watt!“

Das 2000-Watt-Ziel erreichen wir nur gemeinsam! Deswegen hat sich Singen mit den Städten Bregenz, Feldkirch, Gossau, Konstanz, Lindau, St. Gallen und Winterthur zusammengetan.

Mit der gemeinsamen Informationskampagne „Wir leben 2000 Watt!“ wollen wir die Menschen in unseren Städten über die 2000-Watt-Gesellschaft informieren und die gesellschaftliche Bedeutung und die persönlichen Vorteile eines energiebewussten Lebensstils unterstreichen. Denn wir sind überzeugt, dass ein bisschen weniger von allem deutlich mehr Lebensqualität für alle bedeuten kann. Dass wir unterwegs, zu Hause, beim Essen oder Einkaufen unseren Energieverbrauch senken und zugleich der Umwelt und dem Geldbeutel etwas Gutes tun können. Dass gerade kleine Dinge manchmal große Wirkung zeigen. Und dass jede und jeder für sich ganz einfach beginnen kann.

Mit „Wir leben 2000 Watt“ bis zum Jahr 2050 formulieren wir einen selbstbewussten Anspruch und ein klares Ziel. Wir wissen aber auch: Damit wir dieses Ziel erreichen können, brauchen wir Bürgerinnen und Bürger, die ebenfalls 2000 Watt leben wollen! Sind Sie dabei?

Klimabotschafter & Klimabotschafterinnen

Singen ist eine lebendige, bunte und klimafreundliche Stadt. Immer mehr Menschen gestalten unsere Zukunft aktiv mit und setzen sich dafür ein, dass der Klimaschutz zu einem Aushängeschild unserer Stadt wird. Einige von ihnen geben als Klimabotschafterinnen und Klimabotschafter dem Klimaschutz in Singen ein Gesicht. Sie zeigen, dass schon kleine Veränderungen alltäglicher Gewohnheiten in der Summe Großes bewirken und zur nachhaltigen Entwicklung der Stadt beitragen können. Jede und jeder kann mit gutem Beispiel und in kleinen Schritten vorangehen. Machen Sie es ihnen nach!

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